Nighthawk May 2015-6

Der Nachtfalke ist da!

Kabelhersteller goes Kopfhörer – wieder mal nichts anderes als ein Genre-fremder Hersteller, der auf den Trend aufspringt? Könnte man fast meinen, denn schließlich liegt es nicht gerade naheliegend, dass ein (wenn auch noch so gut beleumundeter) Fabrikant von hochwertigen Audio-, Video- und Digitalkabeln plötzlich einen Seitensprung auf den Kopfhörermarkt wagt. Das scheint allerdings nur so, denn bei näherer Betrachtung sprechen dagegen zwei Dinge: Erstens hat AudioQuest mit dem überaus erfolgreichen DragonFly DAC schon einen Fuß in der entsprechenden Tür (wenn auch „nur“ als Accessoire-Lieferant), und zweitens zielt der NightHawk nicht wirklich auf den mobilen Markt, sondern ganz klar auf audiophile Hörer, die damit zu Hause in bestmöglicher Qualität Musik hören wollen. Das macht nicht nur die Preisgestaltung (wobei angesichts der gebotenen Qualität der Preis als günstig gelten darf, so viel sei schon mal verraten) deutlich, sondern auch der betriebene Aufwand.

Grill aus dem 3D-Drucker und flüssiges Holz.

Grill aus dem 3D-Drucker und flüssiges Holz.

 

Mit Skylar Gray hat man einen talentierten jungen Entwickler an Bord genommen, und der hatte gute zwei Jahre Zeit, einen Kopfhörer zu bauen, wie ihn die Welt in dieser Form noch nicht gesehen hatte. Der gesamte Ansatz ist neu: Gray legte nicht nur Wert auf das bestmögliche klangliche Ergebnis, sondern auch auf eine nachhaltige und innovative Produktion. So gab er dem NightHawk zum Beispiel 50-mm-Membranen aus Bio-Zellulose und eine Abdeckung aus dem 3D-Drucker mit: Der ”biomimetische” Grill ist der zugrundeliegenden Flügelstruktur von Schmetterlingen nachempfunden und soll Resonanzen optimal bedämpfen. Die Ohrmuscheln bestehen aus einem neuartigen Material namens “Liquid Wood” (Flüssiges Holz). Hierzu wird echtes Holz mit recycelten Fasern gemischt, erhitzt, verflüssigt und so verarbeitet, dass es gussfähig wird. Anders als normales Plastik besitzt Liquid Wood laut AudioQuest außerordentlich günstige akustische Eigenschaften und ist wesentlich umweltfreundlicher. Der NightHawk sitzt extrem angenehm über den Ohren, nicht zuletzt aufgrund des relativ geringen Gewichts von 346 Gramm. Mit dazu bei trägt allerdings auch das sich selbst justierende Kopfband. Beide mitgelieferten Kabel sind von höchster Qualität (klar) und auf mobilen beziehungsweise stationären Einsatzzweck hin optimiert. Ein Adapterstecker für 6,3-mm-Buchsen liegt ebenfalls bei.

Nighthawk May 2015-44

Klang

Fangen wir mal mit schwerer Kost an. Kari Bremnes „Once I Had a Lover in Berlin“ fordert von einem Wiedergabegerät trotz minimaler Instrumentierung in jeder Hinsicht alles: Auflösung im Hochton, Transparenz im Mittelton und Druck im Bass, und allzu oft kommen Sibilanten etwas harsch rüber – die recht direkte Aufnahme der Stimme von Kari Bremnes fordert hier gerne mal ihren Tribut. Nicht so mit dem NightHawk: Anfangs wirkt alles noch ein wenig zurückhaltend, doch die weitgehende tonale Neutralität des AudioQuest kündigt sich schon ohne großartige Einspielzeit an. Nach einigen Stunden lösen sich dann die zu Beginn noch leicht angezogenen dynamischen Zügel. Die massive und gleichzeitig delikat intonierte Percussion auf Kunikos „Pleiades I“ fließt so unangestrengt und losgelöst aus den Treibern des NightHawk, dass man gar nicht aufhören möchte, sich in der ansatzlosen Dynamik und feingeistigen Phrasierung zu verlieren! Krasser Genre-Wechsel zu Kendrick Lamars „The Blacker the Berry“: Dem mit nicht wirklich jugendfreien Texten agierenden Rapper kann man quasi durch das Mikrofon in den Mund schauen – sogar der Studioraum scheint sich vor meinem inneren Auge abzubilden – man meint fast, bei der Aufnahme dabei zu sein… Wie geht das denn bitteschön? Der ultratiefe Bass im Stück „You Ain’t Gotta Lie (Momma Said)“ kommt verdammt druckvoll und tight, ohne dass der AudioQuest hier bewusst einen Fokus schafft. Der NightHawk schüttelt sich auch die heftigen Industrial-Impulse von A Perfect Circles „Counting Bodies Like Sheep to the Rhythm of the War Drums“ mit wahnsinnigem Drive aus den biologisch abbaubaren Membranen, ohne auch nur eine Sekunde zu nerven.

Nighthawk May 2015-18

Im Gegenteil, auch hier ist aufgrund der ultradirekten und unverschleierten Ansprache in jedem Frequenzbereich sowie der hohen Differenzierungsfähigkeit gerade im Mittelton Gänsehaut garantiert! Nein, der AudioQuest NightHawk kann nicht ganz an die ultrahohe Auflösung und die unendlichen Weiten planar-magnetischer Kopfhörer wie von Audeze oder Lyrus Audio heran (Raum ist dennoch in angemessenem Maß vorhanden, und die Abbildung ist extrem präzise), und er reproduziert tiefsten Bass nicht ganz so markerschütternd wie ein Fostex TH500RP. Aber das muss er auch gar nicht, denn in seiner Preisklasse gibt es meines Wissens keinen Kopfhörer, den man so lange und so ermüdungsfrei und mit jeder Art von Musik hören kann und der vergleichbaren Drive und musikalischen Impetus besitzt. Auch fällt mir kein direkter Konkurrent ein, der so ansatzlos und trocken Impulse im musikalisch so wichtigen Mittelton liefert, der so „komplett“ klingt. Der NightHawk macht einfach alles richtig. „Do No Harm“ lautet auch hier das perfekt umgesetzte Motto der Amerikaner – dabei ist sein Charakter eher trocken und präzise als fett und samtig. Aber letzteres wäre für einen Nachtfalken auch gar nicht passend…

 

Unser Fazit: 

AudioQuests Kopfhörer-Erstlingswerk ist nichts anderes als ein Paukenschlag und mit seinem musikalisch kompletten Charakter in dieser Preisklasse quasi konkurrenzlos.

 

AudioQuest NightHawk

Preis:   um 600 Euro

Vertrieb: AudioQuest,

Internet: www.audioquest.com

Typ:     Over Ear, halboffen

Treiber: 50 mm, dynamisch, mit Biozellulose-Membran und Split-Gap-Antrieb

Anschluss:     3,5 mm und 6,3 mm Klinke

Frequenzgang:

Impedanz:       25 Ohm

Wirkungsgrad:            100 dB/mW

Kabellänge:     2,4 m (zwei Kabel beigelegt)

Gewicht:         346 Gramm

Geeignet für:  Keine Einschränkungen

Ultrasone_Manufaktur_Innen

Ultrasone erweitert Kopfhörer-Manufaktur in Bayern

Die Spezialisten von Ultrasone erweitert ihre Kopfhörer-Manufaktur am Stammsitz im Herzen Bayerns. Ab sofort werden dort auf über 500 Quadratmetern die begehrten Modelle der Serien Edition und Signature sowie ausgewählte In-Ear-Modelle in präziser Handarbeit gefertigt. Dabei setzt das Unternehmen auf eine klimaneutrale und ressourcenschonende Produktion.
 
Der Grund für die Vergrößerung ist einfach: Die Nachfrage nach den audiophilen Kopfhörer-Meisterstücken aus der Ultrasone-Manufaktur wächst weltweit stetig. Mittlerweile exportiert das bayerische Unternehmen seine Produkte in über 50 Länder. Der Kopfhörer-Spezialist erweitert deshalb die Fertigung in Handarbeit an seinem Stammsitz in Wielenbach auf eine Produktionsfläche von über 500 Quadratmeter. Jeder einzelne Kopfhörer der Signature- und Edition-Reihe wird hier von erfahrenen Spezialisten gebaut. Die Montage der  In-Ear-Kopfhörer IQ und TIO findet ebenfalls in der Manufaktur statt.
Als einer der führenden Entwickler und Hersteller von Kopfhörern hat sich die Ultrasone AG seit ihrer Gründung im Jahr 1991 einen Namen bei audiophilen Hörern auf der ganzen Welt gemacht. Ultrasone-Kopfhörer sind im Pro-Audio-Bereich bei angesagten DJs und in renommierten Tonstudios genauso zu finden wie bei HiFi-Liebhabern in über 50 Ländern. Seit einigen Jahren kommen auch MP3-Player- und Smartphone-Besitzer in den Genuss von portablen Kopfhörern in Ultrasone-Qualität. Das Unternehmen vom Starnberger See hält mehr als 60 Patente, und eine Besonderheit der Ultrasone-Modelle ist die patentierte S-Logic-Technologie, die über eine dezentrale Anordnung der Schallwandler für einen räumlichen wie natürlichen Klang sorgt und gleichzeitig das Gehör schont. 
Mehr Infos unter www.ultrasone.com
Image - ReflectBT_Blue-Aufmacher

Sportlich-frei

Auch im Sportbereich setzen sich Bluetooth-In-Ears durch. Das lästige Anschlusskabel ist dem Bewegungsdrang nicht mehr im Weg, lediglich das Kabel zwischen den beiden Hörern hat man noch – und das hat JBL beim Synchros Reflect BT gleich zum Sicherheits-Feature gemacht: Noch ist es dämmerig, wenn wir nach Feierabend laufen, und damit einen die Autofahrer sehen, kann man nicht genug Reflexstreifen am Laufdress haben. Das Verbindungskabel des JBL Synchros Reflect ist mit Reflexmaterial beschichtet, und trägt damit zur passiven Sicherheit bei. Doch das ist bei Weitem nicht das einzige Feature, durch das der Kopfhörer besticht. Die „Earbuds“ genannten Ohrstücke sitzen sicher im Ohr und drücken nicht unangenehm im Gehörgang. Die 3-Tasten Fernbedienung regelt auch die Lautstärke, telefonieren kann man über das eingebaute Mikro sowieso. Dank Bluetooth ist es egal, ob Apple oder Android die Musik liefert. Der Akku hält fünf Stunden, das dürfte fürs tägliche Fitnessprogramm reichen. Einnen Wermutstropfen gibt es aber: Das recht steife Kabel sorgt bei heftigen Kopfbewegungen für Kabelgeräusche im Ohr. Auch könnten sich die einzelnen Tasten der Fernbedienung spürbarer unterscheiden, sodass man sie leichter blind bedienen kann.
Klanglich ist der Synchros Reflect BT ein echter JBL: Souveräner Bass, sonore Mitten und ein dazu passendeer, smoother Hochtonbereich ist genau die Abstimmung, mit der die Musik beim Sport mächtig anspornt.

Fazit
Den lasse ich mir als Laufpartner gefallen. Der JBL Synchros Reflect BT sitzt sicher und komfortabel, bietet tollen Sound und stellt dank des reflektierenden Kabels sogar noch ein Sicherheitsfeature beim Sport bei Dämmerung oder Dunkelheit dar.

Fakten

JBL Synchros Reflect BT
Preis: 100 Euro
Vertrieb: Harman Deutschland, Heilbronn
Internet: www.harman.com
Gewicht: 17 g
Typ: In-Ear
Anschluss: Bluetooth
Frequenzgang: 10 – 22.000 Hz
Bauart: geschlossen
geeignet für: iPhones, Smartphones,
Tablets, mobile Player mit Bluetooth
Ausstattung: Inline-Fernbedienung mit Mikro,
3 verschiedene Ohrstücke, USB-Ladekabel
Armin van Buuren mit Philips A5-Pro

Für DJanes und DJs

Niederländer sind ein erstaunliches Völkchen. Obschon die Niederlande so klein sind, haben Sie es in ihrer Geschichte zu einer bedeutenden See- und Handelsmacht gebracht. Und auch heute kommen Niederländer offenbar in der ganzen Welt zurecht. Warum dieser lange Vorspann? Weil der Kopfhörer, um den es hier geht, von der ursprünglich niederländischen Firma Philips ist, mittlerweile ein Weltkonzern; weil an der Entwicklung ein niederländischer DJ beteiligt war, der mittlerweile auf Ibiza residiert und weltbekannt ist und weil das Ergebnis DJanes und DJs auf der ganzen Welt begeistern wird.

Seit einiger Zeit arbeitet Philips mit dem international bekannten DJ Armin van Buuren zusammen, der derzeit Resident DJ im weltweit größten Club, dem „Privilege“ auf Ibiza ist. Mit ihm zusammen hat Philips den professionellen DJ-Kopfhörer A5-PRO entwickelt. Dass der A5-PRO aus der Praxis stammt, merkt man. Er erfüllt sämtliche Ansprüche, die man an einen professionellen DJ-Kopfhörer stellen kann. Da wären etwa die sehr solide Konstruktion mit viel Alu und Leder. Die serienmäßig mitgelieferten 93 Millimeter Ohrpolster für laute Umgebungen können gegen optional erhältliche 80 Millimeter Ohrpolster für den Gebrauch in geräuschärmeren Bereichen oder 110 Millimeter Polster für den Studio-Einsatz ausgetauscht werden. Der etwas strammere Sitz sorgt für sicheren Halt auch bei den heftigsten Raves. Das Spiralkabel ist abnehmbar und kann sowohl rechts als auch links am Kopfhörer angeschlossen werden. Die Treiber lassen sich um 90 Grad drehen, sodass man auch mit einem Ohr hören kann. Die technischen Parameter sprechen ebenfalls eine klare Sprache: 50-Millimeter-Neodym-Treiber die eine Leistung von 3500 mW verkraften und 105 dB Wirkungsgrad sind eine Ansage. Dank einer Impedanz von 16 Ohm kann man den A5-Pro auch an mobilen Geräten betreiben.

Klanglich überrascht der Philips A5-PRO zunächst, weil er die Bässe nicht in dem Maße nach vorne stellt, wie dies andere DJ-Kopfhörer gerne tun. Dabei ist er alles andere als bassschwach. Er besitzt ein solides, tiefreichendes und hervorragend konturiertes Bassfundament. Insgesamt ist er tonal sehr neutral abgestimmt, weswegen der Bass sich nicht in den Vordergrund spielt. Bei entsprechender elektronischer Musik lässt er es ordentlich krachen, zaubert aber auch keine Bässe, wo keine Bässe sind. Über den gesamten Audio-Frequenzbereich ist er sehr dynamisch unterwegs, was keine Langeweile aufkommen lässt. Künstliche Hektik ist ihm aber genauso fremd, sodass ich ihm absolute Langzeithörtauglichkeit attestiere. Das Klangbild ist genauso für Musik-Profis wie für HiFi-Jünger geeignet. Der geneigte High-Ender mag vielleicht das letzte Quäntchen Feinauflösung vermissen, aber einen ätherischen Feingeist erwartet man bei einem DJ-Kopfhörer ja wohl nicht.

Fazit
Mit dem neuen A5-PRO hat Philips auf dem Gebiet der Profi-DJ-Kopfhörer ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Armin van Buuren und Philips haben ein echtes Profi-Tool erschaffen, dass das weltweite Ansehen der Niederländer weiter bekräftigen dürfte – zumindest in der DJ-Szene.

Fakten

Philips A5-PRO
Preis: 300 Euro
Vertrieb: WOOX Innovations Germany
Internet: www.philips.com
Gewicht: 375 g
Typ: DJ-Kopfhörer (Around-Ear)
Anschluss: 3,5 mm 3 Pol Klinke
Frequenzgang: 10 – 24.000 Hz
Impedanz: 16 Ohm
Wirkungsgrad: 105 dB
Bauart: geschlossen
Kabellänge: 1,3 – 4,7m Spiralkabel
Kabelführung: wechselbar Links oder Rechts
geeignet für: DJ, HiFi, , mobile Player
Ausstattung: Adapter auf 6,3 mm Klinke, Transportbeutel.

Philips A5-Pro

Audeze EL-8 geschlossen

Neues von Audeze

Die magnetostatischen Kopfhörer von Audeze haben in der der High-End Szene binnen kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf gewonnen. Völlig zu recht – “besser” können Kopfhörer kaum klingen. Höchstens andere Klangcharaktere sind denkbar. Und auch hier bedient Audeze mit den Modellen – LCD-2, LCD-3, LCD-X und LCD-XC – schon verschiedene Geschmäcker. Wenn ich persönlich an den bekannten Audeze Modellen etwas auszusetzen habe, dann ist es vor allem das Design. Und hier kommt der brandneue EL-8 ins Spiel.

Den Audeze EL-8 gibt es in einer offenen und einer geschlossenen Version. Das Design stammt von BMW DesignWorks USA. Technisch kommt die bereits in der LCD-Baureihe eingesetzte Fazor-Technologie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um speziell geformte akustische Elemente, die auf beiden Seiten der Magnetstruktur angebracht sind und die durch Optimierung der Schallabstrahlung einen gleichmäßigeren Frequenzgang, eine weiter ausgedehnte Hochtonwiedergabe und geringere Verzerrungen bei gleichzeitig besserer Bühnendarstellung bewirken sollen. Neu ist die für den EL-8 entwickelte und zum Patent angemeldete Uniforce Membran. Die Breite ihrer Leiterbahnen passt sich effektiv den lokal unterschiedlichen Feldstärken der Magnetspalte an. Damit soll im Ergebnis eine außerordentlich gleichförmige Antriebskraft über die gesamte Membranoberfläche erzielt werden, was zu drastisch reduzierten Verzerrungen, höherer Auflösung und besserer Raumabbildung führen soll. Und noch eine gute Nachricht: Preislich liegen die neuen Modelle deutlich unterhalb der LCD Modelle. Damit wird die exklusive Technologie von Audeze trotz schwächelndem Euro und starkem Dollar sogar noch erschwinglicher. Ein Testgerät haben wir bereits bei Carsten Hicking von audioNEXT, der Audeze in Deutschland vertreibt, bestellt.

Ebenfalls neu ist der Audeze Deckard, ein kraftvoller Class-A-Kopfhörerverstärker, kombiniert mit einem leistungsfähigen DAC. Der DAC schafft Auflösungen von 16 Bit/44,1 kHz bis 32 Bit/384 kHz. Auf der Vorderseite des Deckard befinden sich der Lautstärkeregler und Schalter zur Gain-Einstellung und Eingangswahl, so dass er auch als Line-Level Vorverstärker benutzt werden kann.

Audeze Deckard

Weitere Infos gibt es bei audioNEXT, Essen
www.audionext.de

FANTEC_SHP-250AJ-BK_liegend

Unverschämt Preiswert

Sorry, aber ich muss mal wieder ein bisschen Beats Bashing betreiben. Selbst, wenn ich damit ja neuerdings sogar die Apple Fans provoziere. Schließlich gehört Beats seit einen halben Jahr zur “Familie”. Nichtsdestotrotz halte ich die Dinger für maßlos überteuert – zumindest, wenn man den Wert des Images dabei nicht berücksichtig. Und wer auf das Image verzichten kann, kann massig Geld sparen und bekommt für seine Kohle sogar noch einen gut klingenden Kopfhörer. Bestes Beispiel: Der Fantec SHP-250AJ. Den gibt es in verschiedenen coolen Farbkombinationen. Klar, für 25 Euro gibt es nur Kunststoff, das macht der “promovierte” DJ aber auch für den zehnfachen Preis nicht anders. Dafür fallen die Kopfhörer mit 196 g Gewicht angenehm leicht aus. Ein 1,2 m langes Anschlusskabel mit 3,5 mm Klinkenstecker zeigt, dass der Fantec SHP-250AJ vor allem für den mobilen Einsatz gedacht ist. Dazu passt eine Impedanz von 32 Ohm und ein Wirkungsgrad von 106 dB – damit dürfte jeder portable Player zurechtkommen.

Da der Kopfhörer recht leicht ist, braucht es keinen hohen Anpressdruck, damit er sicher auf dem Kopf sitzt. Der Kopfbügel ist zudem weich gepolstert. Etwas straffer fallen die Ohrpolster aus, was insofern störend wirkt, als das die Polster zu klein sind um die Ohren komplett zu umschließen und so teilweise auf den Ohren aufliegen wo, sich das straffe Polster unangenehm bemerkbar macht. Hier hilft es, die Polster mit den Fingern gut durchzukneten, dann wird die Sache angenehmer.

Auch beim Klang empfiehlt es sich, die 40mm Treiber erst einmal gut durchzukneten, sprich: einzuspielen. Gerade bei preiswerten Kopfhörern tut sich da noch einiges. Frisch ausgepackt wummert der Bass dumpf vor sich hin und die oberen Mitten plärren einem schon recht frisch in die Gehörgänge. Aber, oh Wunder, nach einer Nacht am Kopfhörerverstärker finden die Frequenzbereiche harmonisch zusammen und der Fantec SHP-250AJ bietet einen ausgewogenen Klang mit einem sauberen Bassfundament, gut durchgezeichneten Mitten und einem frischen Hochton.

Fazit
Das ist nicht High End, aber angesichts des Preises durchaus bemerkenswert. Und so gut wie mancher Beats klingt das schon lange.

Fakten

Fantec SHP-250AJ  
Preis: 25 Euro
Vertrieb: Fantec, Hamburg
Internet: www.fantec.de
Gewicht: 196 g
Typ: Around-Ear
Anschluss: 3,5 mm 3 Pol Klinke
Frequenzgang: 30 – 16.0000Hz
Impedanz: 32 Ohm
Wirkungsgrad: 106 dB
Bauart: geschlossen
Kabellänge: 1,2 m
Kabelführung: links
geeignet für: mobile Player

RHA neu im Vertrieb von Higoto

RHA

RHA

RHA neu im Vertrieb von Higoto

Die schottischen In-Ear-Spezialisten RHA haben einen deutschen Vertrieb gefunden: Mit Higoto aus Essen haben die Glaswegians einen  absoluten Spezialisten für Kopfhörer, Computer-Audio und mobile Musikwiedergabe erwischt. Neben  Marken wie SotM, m2Tech oder der bekannten RipNAS nimmt RHA dort künftig den Platz für qualitativ höchstwertige In-Ear-Monitore ein. Wie ich mich bereits auf der ifa 2014 selbst überzeugen konnte, bieten die RHA-Produkte neben sehr hochwertigen Materialien auch eine extrem umfangreiche Palette an Zubehör, die einerseits den Tragekomfort für jedes Ohr gewährleisten soll, andererseits aber auch den unterschiedlichen Hörgeschmäckern die entsprechende klangliche Vielfalt per Filter entgegenstellen soll. Los geht’s bei kontofreundlichen 50 Euro für die Einstiegs-Monitore MA 450i, die Topmodelle T10i (siehe Bild) mit handgefertigten dynamischen Treibern, ergonomischen Edelstahlgehäusen und einem maßgeschneiderten Tuning– Filtersystem liegen bei ebenfalls nicht abgehobenen 180 Euro.

Mehr Infos und Online-Shop unter http://www.higoto-shop.com/de/rha

H6-13JS-Lo18

Klare Sache – Over-Ear Kopfhörer B&O BeoPlay H6

Bang & Olufsen bauen verdammt schöne Geräte. Das wissen wir. Leider meist auch ziemlich teure. Mit B&O BeoPlay haben die Dänen nun ein Sublabel geschaffen, das den Bang & Olufsen-Stil bezahlbarer machen soll. 

Der BeoPlay H6 nimmt Kopfhörer wie den Velodyne vTrue oder die jeweils 100 Euro günstigeren B&W P7 und Sennheiser Momentum ins Visier. Er versteht sich also als Kopfhörer für alle, die erstklassigen Sound für unterwegs mit einem ansprechenden Design und exzellenter Verarbeitung kombiniert wissen wollen – und dabei nicht auf den letzten Euro achten (müssen). H6pack-14JS-Lo02

Auch daran erkennt man die B&O-Designskills: Die Ohrmuscheln des H6 stehen deutlich weniger weit von den Ohren ab als zum Beispiel die des B&W P7, und auch der Bügel ist ziemlich unauffällig.  Die Materialqualität und die Verarbeitung sind exquisit und kennen in dieser Preisklasse keine echte Konkurrenz.

 

 

H6-13JS-Lo20Das Leder der Ohrmuscheln ist weich wie ein Babypopo, das Aluminium der Ohrmuscheln perfekt mit subtil hineinpolierten konzentrischen Linien gearbeitet, und die offenen Kanten des Kopfriemenleders geben dem H6 einen etwas raueren optischen Touch, der sehr schön mit dem ansonsten typisch dänisch eher glatten Design kontrastiert.

Sehr gut gefällt mir die eindeutige Links-Rechts-Kennzeichnung mit großen Buchstaben auf der Stoffbespannung in den Ohrmuscheln. Der Bügel hält den Kopfhörer fest auf den Ohren, so dass man den H6 sogar zum Joggen tragen kann. Über die satt gleitende Bügelverstellung lässt sich die Position der Ohrmuscheln sehr einfach an die Kopfgröße anpassen. Der H6 vermittelt mit seinen weichen Polstern ein luxuriöses Tragegefühl, auch wenn die Polsterung des Bügels deutlich härter ist als die der Ohrmuscheln.

H6-13JS-Lo19Dem Lieferumfang beigefügt ist ein austauschbares Kabel mit 3,5-mm-Klinkensteckern, das an einer der beiden Ohrmuscheln andockt – der Clou ist dabei, dass ein zweiter Kopfhörer über die Klinkenbuchse in der zweiten Ohrmuschel das Signal der dort gehörten Quelle abgreifen kann – so können mindestens zwei Hörer derselben Quelle lauschen.

 

Klang

Die 40-mm-Treiber des BeoPlay H6 liefern im frisch ausgepackten Zustand noch eine zwiespältige Vorstellung ab, mit einem zwar sehr transparentem und klarem Mittel-Hochtonbereich, aber einem nicht zu verleugnenden Mangel an Druck und Tiefgang im Bass. Doch mit jeder Stunde, die der H6 musizieren darf, wird der eingangs noch  zu zurückhaltende Bassbereich lockerer, voller und tiefer. Gleichzeitig scheint der Hochton noch feiner, sanfter und weiträumiger zu werden, und Stimmen bekommen diesen unnachahmlich warmen Schmelz, den nur wenige Komponenten zu vermitteln in der Lage sind. Auflösung und Feindynamik liegen beim H6 auf preisklassenbezogen gutem Niveau.H6SE-14JS-Lo20

Der Bass bleibt auch nach längerer Einspielzeit  insgesamt aber auf der schlanken und gut durchhörbaren Seite, was dem Klangbild einen elegant-zurückhaltenden Charakter gibt, der vorzüglich mit dem optischen Eindruck der Kopfhörer korreliert. Mit etwa Justage am Equalizer des Players bzw. der Abspielsoftware lässt sich diese Charakteristik aber recht einfach ändern. Zum Beispiel verleiht der Fiio H18 Kunlun mit seinem zuschaltbaren Bass Boost dem H6 genau die richtige Menge an Druck, um auch Heavy Metal zur Freude zu machen.

Man muss sich dennoch bewusst sein, dass es Kopfhörer auf dem Markt gibt, mit denen man für weniger Geld tiefer in den Basskeller hinabsteigen und seine neuesten Dubstep-Platten mit mehr Wumms genießen kann. Wer einen portablen Kopfhörer sucht und auf Design und Verarbeitungs- und Materialqualität ebenso viel Wert legt wie auf den Klang, wird aber kaum um ein Probehören mit dem BeoPlay H6 herumkommen.

 

Fazit

Der B&O BeoPlay H6 ist ein sehr ansprechend designter Over-Ear-Kopfhörer, der sehr angenehm zu tragen ist und seinen Preis mit ihrem transparent-klarem Klang und einer superben Verarbeitung rechtfertigt. Den vor allem zu Beginn etwas schlanken Bassbereich kann man bei Bedarf über die Software oder Hardware  aufpäppeln – die Treiber des H6 machen es locker mit.

 

Technische Daten 

B&O BeoPlay H6

UVP:   um 400 Euro

Vertrieb:         Bang & Olufsen

Internet:          www.beoplay.com

Gewicht:         230 Gramm

Typ:     Over Ear

Anschluss:     3,5 mm Klinke

Frequenzgang:           10-22.000 Hz

Impedanz:       30 Ohm

Wirkungsgrad:            97 dB

Kabellänge:     1,2 m

Kabelführung: Einseitig

Geeignet für:  Mobile Player, Smartphones, Heimsysteme

Ausstattung:   Verbindungskabel mit Kabelfernsteuerung, Durchschleiffunktion für zweiten Kopfhörer

biker-gesicht

Sport mit Sennheiser

Sennheiser schafft wie kaum ein anderer Hersteller den Spagat, bei Alt und Jung höchtes Ansehen zu genießen, genauso wie bei Fernsehguckern und Sportlern. Auf der CES in Las Vegas hat das deutsche Traditionunternehmen unter anderem eine Reihe neuer Sportkopfhörer vorgestellt: Mit den Modellen MX 686 SPORTS, CX 686 SPORTS, PMX 686 SPORTS und OCX 686 SPORTS wollen die Hannoveraner die perfekte Kombination aus Sound, Leistung und ergonomischem Design bieten. Dazu arbeitete Sennheiser im Vorfeld mit führenden Universitäten zusammen, um die verschiedenen Facetten des Einflusses sportlicher Bewegung auf den Klang und den Sitz von Kopfhörern zu berücksichtigen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Entwicklung der SPORTS-Kopfhörer eingeflossen sein: Die vier neuen Modelle wollen sich gleichzeitig durch Klang, sehr gute Passform und geringe Kabelmikrofonie (Geräusche bei Wind oder Kabelkontakt mit der Kleidung) auszeichnen. Wasserfestigkeit, Haltbarkeit und Hygiene sollen durch die verwendeten Materialien gewährleistet sein. Alle Modelle haben eine ins Kabel integrierte Smartphone-Bedieneinheit mit Mikrofon. Durch die Drei-Tasten-Bedienung lassen sich Anrufe und Musik auch während des Trainings bequem steuern.

Die Modelle der neuen SPORTS-Serie gibt es sowohl als offene als auch als geschlossene Designs, um den Anforderungen verschiedener Anwendungen gerecht zu werden. Die offene Bauweise des MX 686 SPORTS und des PMX 686 SPORTS lässt mehr Außengeräusche zu, wodurch sich die Modelle vor allem für Outdoor-Sportler, zum Beispiel Läufer, eignen dürften, die auf den Verkehr achten müssen. Der PMX 686 SPORTS soll durch seinen Nackenbügel besonders sicher sitzen. Die geschlossenen Ohrkanalhörer CX 686 SPORTS und OCX 686 SPORTS wurden speziell für Indoor-Aktivitäten entwickelt und schirmen Umweltgeräusche in Umgebungen wie Fitness-Studios besser ab. Der CX 686 SPORTS nutzt Sennheisers Slide-to-Fit-System, während der OCX 686 SPORTS einen flexiblen Ohrbügel besitzt. Er soll besten Tragekomfort und reduzierte Kabelgeräusche bieten.

lynnetic_aufmacher

Magnetic, Energetic – Lynnetic

earin0214_lynnetic_portrait

Der DJ als Spezies an sich ist ja keine neuzeitliche Erscheinung. Schon vor 40, 50 Jahren haben besonders geschmackssichere Jungs und Mädels „Platten aufgelegt“ um auf Parties und in Diskotheken für den rechten Schwung zu sorgen – oder aber verliebte Teenie-Pärchen zum romantischen ersten Kuss zu bewegen. Heutzutage müssen die Talente eines DJs vergleichsweise weit gestreut sein: Platten aussuchen und auflegen alleine tut es nicht mehr, die Vinylzauberer von heute frönen genauso (oder gar noch mehr) den Bits und Bytes, also der Computermusik. Manche DJs sind aber sogar noch universeller aufgestellt: Die in den USA aufgewachsene und nun in Berlin residierende DJane Kristen Lynn van Dernoot a.k.a. Lynnetic  begnügt sich nicht damit, in den europäischen Clubs und Konzerthallen für fette Beats zu sorgen, sondern verdient sich auch in anderen künstlerischen Bereichen ihre Lorbeeren. Dabei scheut sie auch vor etwas ungewöhnlicheren Engagements nicht zurück – wir haben sie im Berliner Fitnessstudio Fitness & Friends hinter den Turntables entdeckt.

 

EarGear: Kristen, du bist ja offensichtlich ein richtiges Multitalent – was außer DJing machst du sonst noch so?  Wo liegen eigentlich deine Wurzeln?

Lynnetic: Ich bin in Salem, Oregon (USA) geboren und aufgewachsen, und nach meinem Film-Studium an der University of Wisconsin-Madison bin ich nach Los Angeles gezogen. Dort habe ich auch angefangen, für TV- und Filmproduktionen sowie als Model und Vocal Artist zu arbeiten. Nebenbei habe ich aber auch schon meine Fühler in den Musikbereich ausgestreckt und dort meine ersten Erfahrungen als DJ gesammelt. Ansonsten mache ich viel Sport – als Tennisspielerin habe ich erfolgreich an hochklassigen Wettbewerben teilgenommen. 2006 bin ich dann nach Berlin gekommen – habe aber vorher schon kurz für ein Austauschsemester in Freiburg und danach in Köln gewohnt.

earin0214_lynnetic_06

EarGear: Was hat dich gerade nach Berlin gezogen, warum nicht wieder LA oder vielleicht New York?

Lynnetic: Ich mag den Lebensstil in Berlin und war immer schon an der Geschichte der Stadt interessiert. Besonders spannend ist es, dass man diese Geschichte noch sehen kann, wenn man durch die Stadt läuft. Und natürlich ist Berlin eine einzigartige Stadt, vor allem, wenn es um Musik und Nachtleben geht. Es hat sich zwar ein bisschen geändert über die letzten Jahre, aber als ich hier gezogen bin war es definitiv eine Stadt mit eine einzigartigen Elektroszene. Hier konnte man elektronische Musik hören, die man zum Beispiel in LA niemals gefunden hätte.

earin0214_lynnetic_03

EarGear: Was hat dich eigentlich bei all deinen Interessen und Talenten dazu bewogen, es hauptsächlich als DJ zu versuchen – oder ist das vielleicht gar nicht so?

Lynnetic: Nein, eigentlich ist das nicht wirklich so… :) Ich habe, wie gesagt, schon immer etwas mit Musik zu tun gehabt, spiele zum Beispiel seit dem Kindesalter diverse Instrumente. Ich habe in meiner Zeit in LA in einigen Musikprojekten mitgewirkt, und all diese Einflüsse haben mich dazu gebracht, mit dem DJing anzufangen. Irgendwann ist es damit dann so gut gelaufen, dass ich es hauptsächlich machen könnte. Das bedeutet aber nicht, dass ich mit meiner Arbeit in und für TV und Film komplett aufgehört habe: Immer wieder mal arbeite ich auch für diverse Projekte in diesem Bereich. 

EarGear: Hat dein Künstlername eine tiefere Bedeutung?

Lynnetic: Tief? Nicht wirklich… ;-) Mein voller Name ist Kristen Lynn van Dernoot, also leitet sich mein Künstlername von meinem zweiten Vornamen ab. Irgendwann hat ein Freund mal „Lynnetic“ als Wortspiel geäußert, und ich fragte ihn: „Warte, was hast du da gerade gesagt?“ Ich fand das witzig, und so blieb der Name irgendwie hängen.

earin0214_lynnetic_04.jpg

EarGear: Mich hat der Name direkt an die Textzeile „Magnetic, energetic, and beautiful“ aus dem Yello-Song „Magnetic“ erinnert. Sind solche Pioniere der Elektromusik für dich Vorbilder, oder welche Künstler würdest du als deine „musikalischen Eltern“ und größten Einflüsse bezeichnen?

Lynnetic: Wenn es ums Thema DJ geht, dann ist das definitiv Rainer Trüby. In Freiburg durfte ich seine Party-Reihe erleben. Die ganz besondere Stimmung dort und sein Musikstil haben mich sehr beeinflusst. Generell ist die Frage schwieriger zu beantworten, dazu habe ich einfach zu viele Einflüsse. Als ich als Kind angefangen hatte mit meiner Gitarre Musik zu schreiben, war ich sehr von der Folk Musik beeinflusst, die mein Vater immer spielte. Aber auch die Popkultur dieser Zeit hat mich geprägt. Später, als mein Geschmack sich mehr in eine elektronische Richtung entwickelte, wurden Künstler wie Depeche Mode und Kraftwerk, aber auch Bands wie Kosheen und Portishead für mich immer wichtiger.

EarGear: Um gute Musik zu machen, bedarf es ja eines starken inneren Antriebs. Welche Art von Musik kreierst du, und was möchtest du damit transportieren?

Lynnetic: Als DJ? Also, ich lege meistens House und Electro auf, mit einem Hauch Indie-Flare ab und an. Mir ist es wichtig, immer in „Wellen“ zu spielen, somit Abwechslung zu erzeugen. Das schlimmste (für mich) ist es, in einen Club zu gehen und es hört sich so an, als ob unentwegt, stundenlang das gleiche Lied spielt. Dynamische Änderungen der Musik und Überraschungen reißen dich als Zuhörer viel mehr mit, deswegen mag ich es auch gerne, Sachen mit Gesang zu spielen.

earin0214_lynnetic_07EarGear: Spielst du nur Vinyl oder auch Synthies, Samples, „echte“ Instrumente? Auf welchem Equipment spielst du normalerweise?

Lynnetic: Zum Auflegen mit Vinyl benutze ich Traktor Scratch von Native Instruments. Manchmal arbeite ich auch mit auch mit CDs, aber Vinyl ist mir lieber, ja. Als „echte“ Instrumente spiele ich Gitarre und Piano, bzw. Keyboard.

EarGear: Wie wichtig sind Kopfhörer für dich bei deiner Arbeit, und worauf achtest du dabei besonders?

Lynnetic: Kopfhörer sind überaus wichtig, nur mit ihnen kann ich den Sound wirklich analysieren, den ich da produziere. Ich lege da auch großen Wert auf bestmögliche Soundqualität: Ich habe sehr empfindliche Ohren, und wenn die Klangbalance eines Kopfhörers nicht stimmt, irritiert mich das – vor allem, wenn man das Teil stundenlang auf dem Kopf sitzen hat. Natürlich müssen sie auch bequem sitzen.

earin0214_lynnetic_01

EarGear: Benutzt die Kopfhörer auch außerhalb deines DJings? Andere Modelle als beim Auflegen?

Lynnetic

Ja, ich benutze Kopfhörer auch zu Hause, wenn ich Musik schreibe und den Gesang mache. Ich nutze aber dabei die gleichen Kopfhörer wie zum Auflegen, die Mix Master DJ-Kopfhörer von Skullcandy.

EarGear: Der Skullcandy ist also dein absoluter Favorit in der Kopfhörerwelt?

Lynnetic: Ja, ich benutze die Kopfhörer von Skullcandy schon seit Jahren, und diese hier sind bisher meine Favoriten.

earin0214_lynnetic_02

EarGear: Wir sind ja in einem Fitnessstudio auf dich aufmerksam geworden. Wie kam es zu dem Engagement, was reizt dich daran / was ist das Besondere an solch einem Abend?

Lynnetic: Eines der Mitglieder hier ist ein Bekannter, und er hat das Mischpult gesehen. Er hat mir sofort geschrieben, dass hier wohl DJs auflegen, also habe ich den Club sofort angeschrieben. Innerhalb weniger Tage konnte ich hier anfangen. Für mich ist es ein sehr interessantes Engagement, da ich selbst viel Sport mache und weiß, wie wichtig Musik beim Sport sein kann. An solch einem Abend versuch ich (wie immer) eine schöne Mischung aus den Genres zu finden, die ich spiele. Klar, meistens ist das eher Upbeat, so dass man gute Energie für das Training bekommt. Aber da wir hier nicht in einem Night Club sind, darf es auch nicht zu viel oder zu krass sein.690_556175394426100_721109685_n

EarGear: Welche Locations machen dir am meisten Spaß, Clubs, Hallen, Open Airs…?

Lynnetic: Eine meiner schönsten Erinnerungen ist ein Gig in einer Dachterrassen-Bar in Barcelona – das war schon ziemlich toll. Clubs sind natürlich auch cool, da man die Energie der Leute spürt. Das ist eine andere Art von auflegen als zum Beispiel in einer Lounge Bar. Dort hat man dann etwas mehr Flexibilität, die verschiedenen Musikgenres, die ich mag, zu spielen. Es sind also alles unterschiedliche Erfahrungen, und jede Location hat ihre Vor- und Nachteile.

EarGear: Wo können dich unsere Leser im Frühjahr live hören und sehen?

Lynnetic: Meistens ergeben sich Engagements und Auftritte recht kurzfristig, aber auf meiner Webseite http://lynnetic.weebly.com kann man sich immer auf den neuesten Stand bringen!

earin0214_lynnetic_05

EarGear: Wenn du dir ein Event oder eine Location aussuchen könntest, den/die du bespielen dürftest, was wäre es? 

Lynnetic: Ich würde sehr gerne mal bei einem Event im Rahmen eines ATP-Tennisturniers spielen – und zwar auf dem Center Court!

EarGear: Na, dann viel Glück dabei, und vielen Dank für das Interview!